Das Highlight der Taxiindustrie: Europäische Taximesse am 4. und 5. November 2016 in Köln

Taxihighlight des Jahres 2016 am 4. und 5. November ist die Europäische Taximesse „das Muss“ für Jeden, der mit diesem Gewerbe zu tun hat!

Die Europäische Taximesse wird von der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen e.V. gemeinsam mit dem Deutschen Taxi- und Mietwagenverband e.V. (BZP) in der Köln Messe veranstaltet. Erneut dient das Welt-Taxi-Motto "TAXI - Anytime! Anywhere!" mit gutem Grund als Leitmotiv der Europäischen Taximesse, denn dieses drückt einerseits die Internationalität dieser Messe, andererseits die fast unbegrenzte Vielfältigkeit der Dienstleistungen der Branche kurz und knackig aus. Köln  am 4. und 5. November wieder der Nabel der Taxiwelt, denn dort wird erneut die Europäische Taximesse - immerhin die 13te! - stattfinden. Am Messesamstag bietet das mittlerweile 7. Internationale Taxiforum der IRU einen hervorragenden Einblick in die globalen Trends und Marktentwicklungen im Gewerbe. 

Zur Verdeutlichung der Bandbreite der Europäischen Taximesse hier ein Rückblick auf 2014: 


Auch im November 2014 war die Domstadt Köln wieder DER Mittelpunkt des deutschen und europäischen Taxigewerbes. Die im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e.V. (BZP) am 7.11.2014 eröffnete Europäische Taximesse mit dem Motto „TAXI - Anytime! Anywhere!“ konnte sehr gute Besucherzahlen aus dem In- und Ausland und hervorragend besuchte Begleitveranstaltungen verzeichnen. Über 14.000 Besucher ließen sich von streikbedingt erschwerter Anreise oder Zusatzgeschäft daheim nicht davon abhalten, die Angebote von über 100 Ausstellern aus 14 Nationen persönlich in Augenschein zu nehmen, rund ein Viertel der Besucher kam wieder aus dem Ausland. Damit wurde nicht nur ihre Rolle als weltweit größte Messe für das Taxigewerbe, sondern auch als herausragender Ort für gewerbepolitische Diskussionen unterstrichen.


Trotz Bahnstreiks Rekord-Besucherzahlen - die weltgrößte Taximesse bleibt Erfolgsmodell

Kein Wunder bei der enormen Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen von Abrechnungsdienstleistern für Krankenfahrten, Anbietern von Vermittlungssystemen und Taxametern bis hin zu Spezialversicherern. Bei den Autos waren wieder vor allem die zahlreichen behindertengerechten Umbauten von diversen Anbietern bemerkenswert.

Insbesondere bei den traditionellen Hauptlieferanten Mercedes und VW herrschte reger Betrieb. Der Marktführer hatte mit dem neuen Vito, der facegelifteten B-Klasse und der Taxi-Weltpremiere des neuen T-Modells der C-Klasse gleich drei Neuheiten zu bieten. VW zeigte den nagelneuen Passat gleich in mehreren Varianten. Vorschläge für Elektro- und Hybridtaxis kamen vor allem von den asiatischen Anbietern, Toyota kann z.B. neben gleich drei Hybridfahrzeugen im Taxitrimm mit dem neuen Lexus GS 300h auch eine regelrechte Luxusvariante anbieten. Citroën stellte mit dem Concept Car C4 Cactus Urban Taxi die Frage, ob auch originelle Fahrzeuge im Taxigewerbe eine Chance haben.    
 
Der BZP-Messestand erwies sich wieder als Mittelpunkt des Messe-Dialogs. Tausende von Besuchern hielten Delegierte, Ausschussmitglieder und das Messe-Team des Bundesverbandes insbesondere am Samstag gehörig in Schwung, allein fast 2.500 BZP-Umhängetaschen mit Infomaterial gingen über die Theken. Die International Road Transport Union (IRU) richtete sich mit einem hier integrierten Counter vor allem an das internationale Publikum.


Podiumsveranstaltung am Freitag: Präsident Müller referiert zum "Taxi in der Zange"

Bei der Podiumsdiskussion am Messe-Freitag erläuterte Präsident Müller die BZP-Positionen zu Schwarzkonkurrenz, Mindestlohn und Fiskaltaxameter. Neben Forderungen an Politik, Kommunen und Krankenkassen formulierte er hinsichtlich des Mindestlohnes auch dringende Empfehlungen an die Unternehmerschaft: diese müsste zum Beispiel ihre Einsatzzeiten genau analysieren und ggf. den Flotteneinsatz entsprechend anpassen. Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang dem Geschäftsführer der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein, Holger Goldberg, der - zeitgleich neben der Vorbereitung der Taximesse - auch die BZP-Tarifkommission bei den Gesprächen mit ver.di angeführt hat. Ein Reisegutschein als kleine Wiedergutmachung für den arbeits- und zeitintensiven Einsatz wurde dann auch gerne akzeptiert.



Dem internationalen Anspruch wurde die ETM auch durch das inzwischen 6. internationale Taxiforum der IRU am Samstagvormittag gerecht. Die Teilnehmer befassten sich mit der Optimierung von Ordnungsrahmen anhand von Beispielen aus Russland, Australien und dem mittleren Osten sowie der App-Revolution und deren Auswirkungen auf die Dienstleistungsqualität. BZP-Präsident Müller konnte hier verkünden, dass die in der IRU organisierte internationale Taxibranche mit dem Global IRU Taxi Service Quality Network (GTN) auch in der Zusammenarbeit gegen irreguläre Wettbewerber näher zusammenrückt. Interessenten sei die umfassende Information auf der IRU-Webseite (http://www.iru.org/en_6taxiforum) mit zahlreichen Vorträgen zum Download sehr ans Herz gelegt!
 
Bei der BZP-Abschlusskundgebung am Samstagnachmittag begrüßte Präsident Müller den NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, der der Taxibranche seine„volle Unterstützung“ bei der Umsetzung des Mindestlohns zusicherte. „Wer A sagt, muss auch B sagen. Es kann nicht sein, dass wir Mindestlohn feiern und gleichzeitig rufen „Geiz ist geil“ sagte Groschek vor 5.000 Taxiunternehmern. Er fügte hinzu: „Die Kommunen sind wie alle anderen öffentlichen Stellen verpflichtet, Aufträge nach dem Tariftreue- und Vergaberecht zu vergeben. Das Tariftreuerecht ist ja gerade gemacht worden, um Dumpinglohnvergaben zu verhindern.“


NRW-Verkehrsminister Groschek unterstützt beim Mindestlohn und gegen Schwarzkonkurrenz

BZP-Präsident Müller forderte, dass die Kommunen nun zügig die Tarife anheben, angesichts des kommenden Mindestlohns müssten die Tarife dringend nach oben angepasst werden. Ansonsten stünden von den 200.000 Arbeitsplätzen im Taxigewerbe rund 50.000 auf der Kippe.

Auch im Hinblick auf illegale Beförderungsangebote wie Uber signalisierte der Minister Unterstützung, man könne nicht für Mindestlohn eintreten und „im gleichen Atemzug Tür und Tor für diese neue Form der Grau- und Schwarzarbeit öffnen“. Er erwarte, dass die Bundespolitik klare Maßstäbe bei solchen Beförderungsangeboten durchsetze. Den Vorwurf Ubers, in Deutschland verhindere ein sogenanntes Taxi-Kartell den Wettbewerb, konterte Groschek auf gut Rheinländisch mit den Worten: „Das ist doch Kappes, was da an die Wand gemalt wird.“

Im Kasten rechts finden Sie neben Videoberichten über die Kölner Veranstaltungen auch Audio-Mitschnitte der kompletten Rede von Minister Groschek sowie der anschließenden Diskussion mit Präsident Michael Müller!

In besonders schwierigen Zeiten für das Gewerbe also auch positive Signale aus der Politik, die ein wenig Hoffnung machen.

Die zahlreichen Erwartungen auf den „traditionellen“ Hauptgewinn mussten jedoch zwangsläufig enttäuscht werden. Bis auf die Hoffnung der Unternehmerin Ulrike Downar-Gröne, die den von der Daimler AG gestifteten Mercedes E 200 Blue Tec „Das Taxi“ glückstrahlend in ihre Heimatstadt Dortmund mitnehmen konnte.

Fotos: BZP


(Letzte Aktualisierung 29.09.2016)



Video- + Audiodateien

Video 1: Mit über 14.000 Besuchern war die Europäische Taximesse 2014 wieder ein absolutes Highlight der Branche. Eindrücke dazu in diesem Film

Video 2: Mindestlohn, Schwarz- und Graukonkurrenz - Eindrücke von der BZP-Podiumsveranstaltung am Freitag

Video 3: BZP-Abschlusskundgebung - NRW-Verkehrsminister Groschek sagt der Taxibranche seine volle Unterstützung zu. Mehr dazu hier

MP3: Rede des NRW-Verkehrsministers Michael Groschek (9:54 Min)

MP3: Mindestlohn, Schwarzkonkurrenz etc. - Diskussion auf der BZP-Abschlusskundgebung (40:52 Min)