„Falscher Polizeibeamter“-Trick bezieht Taxifahrer ein: Warnmeldung der Landeskriminalämter über neuen Modus Operandi unter Einbeziehung von Taxifahrern als Transporteure/Kuriere

Im Phänomenbereich „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“ haben die Landeskriminalämter in den letzten Tagen einen neuen Modus Operandi feststellen können, bei dem Taxifahrer als Transporteure bzw. Kuriere eingesetzt wurden.

Das für die Warnmeldung federführende LKA Baden-Württemberg hat dem BZP zunächst das Kriminalitätsphänomen beschrieben:

„Falscher Polizeibeamter"


Bei dieser Betrugsmasche geben sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte aus und täuschen oftmals mit dem sogenannten Caller-ID-Spoofing vor, sie würden von der für Notrufnummer „110“ aus anrufen, häufig auch mit der örtlichen Vorwahl. So erschleichen sie sich das Vertrauen der Angerufenen.

Mit geschickter Gesprächsführung erwecken die vermeintlichen Polizisten den Eindruck, die Angerufenen seien im Visier von Einbrechern, die es auf ihr Geld und ihre Wertgegenstände abgesehen haben. Die falschen Amtsträger gaukeln den Leuten außerdem vor, dass deren Wertsachen weder zu Hause noch auf der Bank sicher seien. Deshalb sollten die Opfer auch ihre Konten und Bankdepots leeren. Es wird ein Bote vorbeigeschickt, der das Geld und sämtliche Wertsachen abholt, um sie „in Sicherheit" zu bringen.

In den letzten Tagen sind vermehrt Fälle bekannt geworden, wo dieser „Bote“ ein telefonisch beauftragter Taxifahrer war, der zu einer Abholadresse beordert wird zur Entgegennahme einer Tasche oder ähnliches (Beute) und anschließend regelmäßig eine weiter entfernte Zieladresse (zum Teil mehrere hundert Kilometer) zur Auslieferung anfahren soll. Dies betrifft das gesamte Bundesgebiet.


Anhaltspunkte für einen solchen Fall
können sein:

- Telefonische Beauftragung einer Kurierfahrt 
- i.d.R. liegt der Zielort deutlich außerhalb der Abholregion
- Die zu transportierende Tasche oder ähnliches wird immer von einem lebensälteren Menschen ausgehändigt
- Der Aushändiger dieser Tasche oder ähnliches kennt i.d.R. nicht das Fahrziel bzw. kann es auf Nachfrage auch nicht nennen (Das Fahrtziel wird ausschließlich durch den Anrufenden mitgeteilt)
- Der Aushändiger wird Rückfragen zum Fahrziel und -zweck i.d.R. damit beantworten, dass er nicht darüber sprechen darf.


So können Sie helfen:


Liegen solche Anhaltspunkte vor und Sie können ohne Eigengefährdung die Polizei kontaktieren, setzen Sie bitte unverzüglich einen Notruf zur Polizei (110) ab unter Hinweis, dass Sie vermutlich gerade eine Kurierfahrt „falscher Polizeibeamter“ durchführen bzw. hierzu beauftragt wurden. Warten Sie die weiteren Anweisungen der Polizei ab!

Die Polizei und der BZP appellieren eindringlich an alle Taxifahrer und Taxifahrerinnen: Helfen Sie bitte mit, dass ein Mitbürger nicht sein Vermögen verliert!

Download: Vorsicht, Abzocke! - Infoflyer der Polizei Baden-Württemberg zu beliebten Telefonbetrugs-Maschen

(Meldung vom 06.10.2017)