Kommentar: Beendet die Blockade bei der Überfall-schutzkamera!

BZP-Präsident Michael Müller versteht die Bremser bei den Datenschützern des „Düsseldorfer Kreises“ nicht.

Da hat die Branche endlich einmal die Möglichkeit, unglaublich effizient gegen die weiterhin latente Überfallgefahr aktiv vorgehen zu können. Endlich ist mit der Überfallschutzkamera ein System auf dem Markt, das technisch funktioniert, erwiesenermaßen präventiv wirkt und zudem bezahlbar ist - da legen sich die Datenschützer gegen unsere so genannte „Videoüberwachung“ quer!

Wer hier von Videoüberwachung spricht, hat entweder nicht verstanden, worum es geht oder will nicht verstehen, sondern sabotieren! Klartext: Es handelt sich nicht um eine Videoüberwachung, sondern wir wollen eine Überfallschutzkamera, die Einzelbilder liefert. Mit dem Stichwort Videoüberwachung wird sofort bei vielen das Schlagwort „Big Brother is watching you“ geweckt und ganz simpel nur Stimmungsmache betrieben.

Es geht uns nicht um Videoüberwachung, es geht um Einzelbilder, die wir in bestimmten Abständen aufgenommen haben wollen. Am sinnvollsten erscheinen mir zufällig ausgelöste drei Aufnahmen innerhalb einer
Michael Müller: Datenschutz
und Sicherheit sind vereinbar!
 Minute, dann kann sich kein Täter der Aufnahme entziehen. Auf den ersten Blick sind wir mit unseren schon angepassten Vorstellungen gar nicht so weit entfernt von dem Beschluss der Datenschützer in ihrem Düsseldorfer Kreis: Einzelbilder statt Videos, begrenzte Speicherdauer, Hinweise an die Fahrgäste - all dem stimmen wir zu. Was aber nicht geht: nur eine Aufnahme in den ersten 15 Sekunden. So wird das System von vornherein torpediert! Eine einzige Aufnahme ist absolut unzureichend.

In dem dankenswerter Weise von der BG Verkehr geförderten Projekt mit dem Taxi-Ruf Bremen wurde herausgearbeitet, dass sowieso wegen der schwierigen Lichtverhältnisse im Taxi nur rund 20 Prozent der Aufnahmen verwertbar sind. Wir brauchen also Aufnahmen über den gesamten Verlauf der Fahrt. Der Hinweis aus Düsseldorf, dass bei entsprechendem Anlass aufgenommen werden kann, geht natürlich vollkommen an der Realität vorbei. Denn ein Taxifahrer, der das Messer am Hals hat, ist nicht in der Lage, den Auslöseknopf für die Überfallschutzkamera zu drücken. Soll er vielleicht auch noch den Täter bitten, nach vorne zur Kamera zu schauen?

Wir werden weiter gegen die Blockade kämpfen, wir werden dies in Gesprächen tun, wir haben auch viele Bündnisgenossen, die uns politisch unterstützen wollen! Wir akzeptieren nie, dass aufgeschlitzte Sitze in der Straßenbahn eine viel weitergehende Überwachung rechtfertigen, das Leib und Leben unserer Kolleginnen und Kollegen demgegenüber aber weniger wert sein soll!

Ihr Michael Müller   

(Auszug aus BZP-Report 3/2013, Erscheinungstermin 26.4.2013)