Kommentar von BZP-Vizepräsident Dietmar Schmidt: Nicht alles bei uns abladen!

Dietmar Schmidt, im BZP-Vorstand verantwortlich für arbeits- und sozialpolitische Fragen, ärgert sich über ungerechtfertigte Zuständigkeitsverlagerungen!

Vor einigen Tagen ist mir eine Meldung auf den Tisch gekommen, die mich maßlos geärgert hat, die von der Tendenz eigentlich aber in vergleichbarer Form gar nicht mal so alleine steht. Was ist also die Meldung: Einem Zeitungsbericht nach beklagt sich der niedersächsische Ableger des Sozialverband Deutschland (SoVD) darüber, dass die Taxizentrale 3811 in Hannover nicht in der Lage ist, ausreichend barrierefreie Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen.

Die Meldung gipfelt in der Aussage des Verbandsvorsitzenden, dass das Beispiel deutlich mache, wie schlecht es um die Inklusion, also die Zurverfügungstellung einer gesellschaftlichen Teilhabe in vollem Umfang für jeden Menschen, im Taxigewerbe bestellt sei.

Zunächst möchte ich ganz klarstellen, dass ich volles Verständnis für die Forderung nach Barrierefreiheit für behinderte Menschen habe. Gerade das Taxigewerbe ist aber doch in diesem Bereich einer der allerwichtigsten Anbieter und geradezu „der Gewährleister“ von Mobilität.

Dem gegenüber antworte ich, dass die Inklusion, hier in Gestalt der Herstellung von vollständiger Barrierefreiheit, eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Keinesfalls aber die Aufgabe eines zudem sehr kleinständischen Gewerbes, was um jeden Euro Geschäft kämpfen muss.



BZP-Vizepräsident Dietmar Schmidt:
Taxi gewährleistet Mobilität für Viele!

Die Tendenz des Artikels ärgert mich, weil hier eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und Aufgabe auf den Schultern des Taxigewerbes abgeladen werden soll. Von solchen Ablenkungsmanövern halte ich überhaupt nichts!

Die Gewährleistung von Mobilität auch für Schwerstfälle von Behinderung kann nicht durch das Gewerbe bewältigt werden, hier bedarf es ganz spezialisierter Fahrdienste und auch Mitarbeiter! Unser Taxigewerbe schafft aber bestimmt für 95 Prozent aller mobilitätsbehinderter Fahrgäste und damit aus eigenen Mitteln und aus eigenem Antrieb für sie auch schnellstmöglich abrufbare Mobilität. Das gehört als Botschaft an die Welt herausgeschrieben, nicht die Forderung, dass das lokale Gewerbe ohne Subvention Spezialfahrzeuge bereithalten muss.

Noch einmal, wenn eine Auslastung von behindertengerechten Fahrzeugen da ist, schafft sich auch ein ausreichender Teil von Unternehmen solche Fahrzeuge an. Das belegen gerade die letzten Jahre und die Erfolge behindertengerechter Taxiumbauten. Das Taxi ist aber nicht der Problemlöser für alle Fälle! Deshalb meine Antwort an SoVD: Bitte den richtigen Adressaten wählen!

Ihr Dietmar Schmidt


(Auszug aus BZP-Report 6/2013, Erscheinungstermin 13.9.2013)