Mitgliederversammlung des BZP in Würzburg: Präsident Michael Müller und Vorstandsmitglied Frank Kuhle wiedergewählt. Taxibundesverband warnt vor Folgen eines Mindestlohnes ohne Übergangsfristen.

Würzburg/Frankfurt am Main: Michael Müller ist am 18.10.2013 in Würzburg als Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e.V. (BZP) im Amt bestätigt worden. Für ihn stimmten 520 der 583 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des BZP.

"Ich freue mich über das Vertrauen und auf vier weitere spannende Jahre im Dienst der Taxi- und Mietwagenbranche", sagte der Göttinger Taxi- und Mietwagenunternehmer nach seiner Wahl in Würzburg. 
Wiedergewählt: Frank Kuhle und Michael Müller
Er fügte hinzu: "Wir haben eine ganze Reihe von Baustellen. Wir wollen die Qualität unserer Dienstleistung erhöhen, dafür müssen die Fahrer auch ordentlich bezahlt werden." Die Höhe der Löhne werde dabei vermutlich regional unterschiedlich ausfallen, laut einem Gutachten würden bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro die Preise für Taxi-Fahrten um etwa 20 bis 25 Prozent steigen müssen.

Zugleich bestätigten die Delegierten auch Frank Kuhle in seinem Vorstandsamt. Er sprach sich für mehr Selbstbewusstsein der Branche aus: "Wir sind viel stärker als wir glauben und müssen nicht vor jedem Bewerber, der mit viel Aufwand in den Markt drängt, gleich vor Ehrfurcht erstarren."

Neben dem Mindestlohn sind für BZP-Präsident Müller die Einführung des sogenannten Fiskaltaxameters sowie der Mitarbeiterdatenschutz weitere Themen der künftigen Arbeit. "Gerade die Kontrolle der Fahrer ist ein sehr sensibler Bereich: Im Büro kann jeder Chef die Tür zu seinem Mitarbeiter öffnen und sehen, was er macht. Im Taxigewerbe funktioniert das nicht, vorhandene technische Hilfsmittel wie Kameras scheitern häufig am Datenschutz."

Zudem will Michael Müller bei den bevorstehenden Verhandlungen mit den Krankenkassen die Tarife deutlich anheben. Neben einem höheren Verwaltungsaufwand als bei den klassischen Einsteigerfahrten beginne die Krankenbeförderung bereits an der Haustür des Fahrgastes und ende erst auf der jeweiligen Krankenhausstation. Ausschreibungen müssten dem Rechnung tragen, sagte Müller.

Eine Videozusammenfassung der Tagung am 18.10.2013 finden Sie hier!

Im öffentlichen Teil der Veranstaltung am Nachmittag wurde mit einer Expertenrunde in Gestalt einer Talkshow statt der „klassischen“ Rechenschaftsberichte des Vorstandes eine neue Diskussionsform gewählt, die gut ankam. In dem gewerbepolitischen Forum positionierten sich hochkarätige Gewerbevertreter und Vorsitzende der BZP-Fachausschüsse zu aktuellen Themen wie dem Mindestlohn, der Verwaltungsvereinfachung bei Krankenfahrten, dem Fiskaltaxameter und der Formenstrenge des Personenbeförderungsgesetzes.  Auch zukunftsweisende Themen wie die Einbeziehung von Migranten in die gewerbepolitische Arbeit und die Zukunft des Ordnungsrahmens des Taxi- und Mietwagengewerbes (Stichwort: Taxi-Agenda 2020) wurden beleuchtet.

Interessante Vorträge über die angestrebte Kooperation mit dem ab November startenden ADAC Postbus, über den Entwicklungsstand der BZP-Schnittstelle für gewerbeeigene Taxi-Bestellapps und spezielle Angebote der Deutschen Telekom für das Taxigewerbe rundeten eine kurzweilige und informative Veranstaltung ab.

Am Ende dieser erfolgreichen Tagung dankte der neugewählte Präsident den Sponsoren dieser Tagung, der Deutschen Telekom, der Volkswagen AG Pkw, der Versicherung der Kraftfahrt sowie, last but not least, dem Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland.

(Meldung vom 21.10.2013)

Videozusammenfassung

Zwei Themen dominierten die Jahreshauptversammlung des BZP: Den internen Teil bestimmte die Wahl des neuen Präsidenten. Im öffentlichen Teil wurde in neuer Diskussionsform u.a. zum Mindestlohn beraten. 

Mehr in dieser Video-Zusammenfassung aus Würzburg

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