Internationaler Taxitest des ADAC gibt deutschen Taxis gute Noten, zeigt aber auch Verbesserungspotential auf: Der BZP sieht sich in seiner Forderung nach einer gesetzlich geregelten Mindestqualifikation für Fahrer bestätigt!


Testsieger noch vor München: Taxis in Barcelona


Durchaus erfreulich schneiden deutsche Taxis im internationalen Vergleich ab. Kein Grund aber für das hiesige Beförderungsgewerbe, die Hände in den Schoß zu legen, gibt es doch noch genug Mängel vor allem in der Dienstleistungsqualität. So das Kurzresümee des Bundesverbandes der deutschen Taxi- und Mietwagenunternehmen zu dem internationalen Taxitest des ADAC in 22 Metropolen Europas. 

Link: ADAC Test 2011 - Taxifahren in europäischen Großstädten 

Gleich drei deutsche Städte befinden sich in der Gesamtwertung des Tests unter den Top Five und schneiden mit „Gut“ ab. München landete als beste deutsche Stadt in der Gesamtwertung sogar auf Platz zwei. Verantwortlich dafür ist das ordentliche Abschneiden in der Kategorie Fahrer. Direkt dahinter folgen Köln und Berlin. Alle drei glänzen mit der Note „sehr gut“ in der Kategorie Routentreue. Mit Platz 11 im internationalen Ranking platzierte sich Hamburg im Mittelfeld.

Nach dem ADAC-Ergebnis sind die Fahrer das größte Problem des Gewerbes: Missachtung von roten Ampeln und Höchstgeschwindigkeiten, Telefonieren während der Fahrt ohne Freisprechanlage, Umwegfahrten und falsch ausgestellte Quittungen sind die häufigsten Ärgernisse. Knapp die Hälfte der Fahrer erfüllte bei europaweiter Betrachtung noch nicht einmal die Mindeststandards. Erfreulicher - wenn auch nicht zufriedenstellend - das Bild in Deutschland: Den Spitzenwert von 78,1 Prozent erhielten Münchens Taxler, in der „Fahrer“-Wertung reicht dies trotzdem nur für ein „ausreichend“.

Der BZP unterstützt deshalb die Forderung des ADAC nach einheitlichen Standards. So sollten z.B. nach Vorstellung beider Verbände in jedem Taxi sichtbar Fahrerausweise mit Foto aushängen, um den Dienstleister am Steuer identifizieren zu können. Besonders dringlichen Handlungsbedarf sieht der Taxi-Bundesverband aber bei den Ausbildungsstandards für die Fahrer.

Verbandspräsident Fred Buchholz: „Die gesetzlichen Mindestanforderungen an Taxifahrer sind definitiv unzureichend. Im Wesentlichen reichen derzeit neben einem Alter von 21 Jahren und dem zweijährigen Besitz eines Führerscheines geistige und körperliche Gesundheit sowie eine Ortskenntnisprüfung. Weitere spezifische Kenntnisse werden nicht verlangt. Dies ist für die anstrengende und facettenreiche Tätigkeit im heutigen Straßenverkehr einfach nicht mehr genug.“

Der Bundesverband fordert von der Politik deshalb die gesetzliche Einführung einer „Kleinen Fachkunde“ für Taxi- und Mietwagenfahrer, damit diese ihrer besonderen Verantwortung bei der Personenbeförderung und auch gleichzeitig ihrem im öffentlichen Interesse liegenden Dienstleistungsauftrag besser gerecht werden können.

(Meldung vom 06.10.2011)

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Download BZP-Pressemitteilung vom 06.10.2011