Auch der zweite ADAC-Taxitest zeigt viel Licht, aber auch eklatante Schwächen des Taxigewerbes und belegt die Notwendigkeit von gesetzlich vorgeschriebenen Qualifizierungsmaßnahmen für Fahrer. Der BZP unterstützt die ADAC-Forderung nach einer besseren Fahrerqualifiaktion mit drei konkreten Hauptforderungen an den Gesetzgeber!

Der ADAC hat am 26.10.2009 knapp ein Jahr nach dem ersten Taxitest die Ergebnisse eines zweiten Tests vorgestellt. Der Automobilklub hatte jeweils 20 Taxifahrten in 12 deutschen Städten durchgeführt, wobei Ortskenntnis, Fahrstil und Auftreten der Fahrer, Wahl der kürzesten Fahrstrecke, technischer Zustand und Sauberkeit der Fahrzeuge sowie Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Fahrer untersucht wurden.

Betrachtet man die 240 einzelnen Testfahrten, so schnitten fünf sehr gut ab, 126 gut und 74 ausreichend, aber auch 17 mangelhaft und 18 gar sehr mangelhaft.

Die Ergebnisse waren in fünf Städten sehr ordentlich („gut" für Potsdam, Braunschweig, Augsburg, Essen und Chemnitz), in anderen Städten gibt es nach Angaben des ADAC dagegen einiges zu kritisieren. Ausreichende Ergebnisse erzielten Halle/Saale, Rostock, Kiel, Bremen und Düsseldorf wie auch die zwei Schlusslichter, Wiesbaden und Karlsruhe.

Umwege, Tempoüberschreitungen und Rotlichtverstöße, Telefonate ohne Freisprecheinrichtung, ungepflegte und unsaubere Taxis, keine Hilfe beim Ein- und Ausladen wie auch unvollständig oder falsch ausgefüllte Quittungen waren die schwerwiegendsten Mängel, die bei rund 15 % der Fahrten zu einem „mangelhaft" oder sogar „sehr mangelhaft" führten. Neben diesen von den Fahrern zu verantwortenden Mängeln ärgerten sich die ADAC-Experten auch über mangelnde Kreditkartenakzeptanz, fehlende Tarifübersichten, Fahrerausweise oder Firmenadressen. Applaus hingegen für die immerhin 55% freundlichen, kompetenten und hilfsbereiten Fahrer im Test, die mit „gut" oder gar „sehr gut" bewertet wurden. Fazit des ADAC: Das Gewerbe ist besser als sein Ruf, aber noch längst nicht richtig gut.

Die ausführlichen Ergebnisse des Taxitests 2009 auf der ADAC-Webseite

Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband e.V. (BZP) stellt in seiner Pressemitteilung vom 26.10.2009 hierzu Folgendes fest: "Ohne die Ergebnisse im Einzelnen kommentieren zu wollen ist jedoch festzustellen, dass das Ergebnis des ADAC-Tests tendenziell auch den Beobachtungen des Bundesverbandes der Taxiunternehmen entspricht. Ein Großteil der Unternehmer und Taxifahrer machen ihren Job sehr ordentlich, jedoch lässt sich die Aussage, dass eine schlechte Bohne ein ganzes Pfund Kaffee verderben kann, auf die Taxibranche übertragen. Die Qualität der Taxifahrer hängt von zwei Faktoren ab: Einer ordentlichen Ausbildung und einer regelmäßigen und adäquaten Überwachung der Tätigkeit.

Der BZP hält die gesetzlichen Vorschriften, die eingehalten werden müssen, um Taxifahrer zu werden, schon lange für unzureichend. Im Wesentlichen reicht hier derzeit neben einem Alter von 21 Jahren und dem zweijährigen Besitz eines Führerscheines geistige und körperliche Gesundheit, sowie eine Ortskenntnisprüfung. Letztere werden aber von den Ordnungsbehörden oder IHK´s nicht nach einheitlichen Maßstäben - und teilweise offenbar zu lax - geprüft.

Spezifische Fachkenntnisse werden den Fahrern aber gesetzlich überhaupt nicht abverlangt. Hier sieht der Bundesverband dringenden Handlungsbedarf. Unter der Überschrift „Eine verbesserte Qualifizierung für Taxifahrer ist notwendig" fordert der BZP konkret drei ineinander greifende legislative Maßnahmen:

1. Einführung einer „Kleinen Fachkunde" für Taxi- und Mietwagenfahrer

2. Eine bundeseinheitliche Vorschrift über einen auszulegenden Fahrerausweis

3. Generelle Anschnallpflicht im Taxi und Mietwagen

Hiermit soll sichergestellt werden, dass Taxifahrer und Mietwagenfahrer ihrer besonderen Verantwortung bei der Personenbeförderung und auch gleichzeitig ihrem im öffentlichen Interesse liegenden Dienstleistungsauftrag besser gerecht werden können. Der BZP wird schon sehr bald an den neuen Bundesverkehrsminister herantreten, um die Notwendigkeit verpflichtender Regelungen zu erläutern."

(Meldung vom 26.10.2009)

Pressemitteilung des BZP vom 26.10.2009