BZP-Pressemitteilung vom 24.05.2012: Berliner Flughafenfiasko, nächster Akt: Bundesverband warnt wegen Taxi-Doppeltarif vor Fahrgastbenachteiligungen



Die Megapannen am Berliner Großflughafen „Willy Brandt“ reißen nicht ab und beschädigen den Ruf Deutschlands international. Doch auch neben einjährigen Verspätungen und Milliardenfehlern treffen die Verantwortlichen rund um das Prestigeprojekt unsinnige Entscheidungen.
 

Das Berliner Taxigewerbe schimpft, der Rest von Taxi-Deutschland schüttelt ungläubig den Kopf: Mit einer komplizierten Doppeltarif-Regelung sollten Problempunkte der Taxiversorgung des neuen Großflughafens BER gelöst werden – die dazu getroffene Kompromissentscheidung aber öffnet dem Betrug an Fahrgästen Tür und Tor!      

Mit viel Unterstützung und Verständnis in Medien und Öffentlichkeit haben bereits am 23.4.2012 sämtliche Berliner Gewerbevertretungen und nach unabhängigen Medienangaben rund 2500 Berliner Taxifahrer in einer Sternfahrt und mit gezieltem Flughafen-Boykott gegen die unterschiedlichen Fahrpreise von und zum neuen Hauptstadtflughafen protestiert. Nach dem Kuhhandel zwischen Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) gilt für die Strecke von Berlin zum Flughafen der Berliner Tarif, vom Flughafen in die Stadt jedoch der deutlich teurere Taxitarif des Landkreises. Das Problem, das sich hiermit – einzigartig im Bundesgebiet – stellt, ist, dass sowohl die Berliner wie die LDS-Taxen zwei unterschiedliche Taxitarife in ihren Taxametern hinterlegen müssen. Mit zwei unterschiedlichen Tarifen im Taxameter steigt aber nicht nur der Aufwand für Technik und gesetzliche Eichungen, sondern vor Allem auch die Gefahr, dass Fahrgäste übervorteilt werden. „Für schwarze Schafe ist es fast unwiderstehlich, den teureren Landkreis-Tarif im Taxameter aufzurufen. Auch für Fahrten innerhalb Berlins, betroffen sind dann vor allem die ortsunkundigen Touristen und Geschäftsreisende.“ Dann, so BZP-Präsident Michael Müller, sei man aber in der Hauptstadt nicht mehr weit von Verhältnissen entfernt, wie sie vor kurzem in Prag große Aufmerksamkeit erregt haben. Wie mit der Kundenzufriedenheitsumfrage, welche der Bundesverband heute veröffentlicht hat, belegt, reichen bereits wenige Einzelfälle, um das Vertrauen zu zerstören.

Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband e.V. (BZP) hält die Forderung der örtlichen Gewerbevertretungen nach einem einheitlichen Fahrpreis für ein und dieselbe Leistung, was im Übrigen auch das Gesetz bei solchen Gestaltungen fordert, für 100%ig gerechtfertigt. Die rund 12.000 Beschäftigten in der Berliner Taxibranche dürfen nicht in andauernde Erklärungsnöte geraten, wenn die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt 15 – 20  % teurer ist als die gleich lange Fahrt zum Flughafen. „Sie können keinem vernünftig denkenden Menschen erklären, warum das sein kann. Erst recht internationale Fahrgäste verstehen das nicht“, so BZP-Präsident Michael Müller.

Taxi-Präsident Müller fordert die politisch Verantwortlichen in Berlin und LDS auf, zwingend nachzubessern und einen einheitlichen Tarif für die Flughafenbedienung zu schaffen „Das Taxi ist ein öffentliches Verkehrsmittel, der Kunde hat Anspruch auf einheitliche Tarife und Preistransparenz.“

(Meldung vom 24.05.2012)

Material + Downloads

Die Pressemitteilung des BZP zum Taxi-Doppeltarif vom 24.05.2012 als pdf-Download

Ausschnitt BZP-Geschäftsbericht 2012/2011: Strukturdaten Taxigewerbe