Pressemitteilung - Zahlen und Fakten: Auswirkungen des Mindestlohns auf die Taxibranche

Verbandspräsident Müller: „Jedes zweite Taxi muss auf dem Hof bleiben“

Frankfurt/M. - „Die Taxibranche ist die einzige Branche in Deutschland, die Lohnerhöhungen für die eigenen Mitarbeiter nicht sofort an Kunden weitergeben kann. Denn über Tarifänderungen bestimmen die Kommunen“, betont Michael Müller, Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes BZP. Denn die Preise für Beförderungsdienstleistungen werden in einem komplizierten Verfahren von der öffentlichen Hand festgelegt. Bei einem Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro müssen die Kosten für Taxi-Fahrten aber um etwa 20 bis 25 Prozent steigen, besagt ein Expertengutachten.

Die Branche macht nach Angaben von Michael Müller bundesweit derzeit mit rund 55.000 Taxis einen Jahresumsatz von etwa 3,0 Milliarden Euro. Bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro müsste der Jahresumsatz um etwa 750 Millionen Euro steigen.

In Deutschland haben rund 250.000 Menschen einen P-Schein, einen Führerschein zur Fahrgastbeförderung. Allerdings arbeiten derzeit nur etwa 100.000 Menschen als Taxifahrer. Bei rund 55.000 Taxis in Deutschland deckt das Personal über 50 Prozent der Bedienzeit ab, in der restlichen Zeit fahren die Taxiunternehmer selbst. Michael Müller: „Sollte das Personal nicht entsprechend dem Mindestlohn bezahlt werden können, fehlten für die Hälfte der Fahrzeuge schlichtweg die Fahrer. Dementsprechend muss jedes zweite Taxi auf dem Hof bleiben.“

Daher kann die Branche dem Personalmangel nur begegnen, wenn auch ordentlich gezahlt werde, hatte Verbandspräsident Michael Müller kürzlich am Rande der Jahreshauptversammlung des BZP in Würzburg betont: "Wie auch immer der entsprechende Beschluss zum Mindestlohn dann aussieht und wer die Tarifpartner, ob auf Landes- oder Bundesebene, sind - wir brauchen angesichts derzeit bestehender Taxitarife eine Überbrückungsfrist von mindestens zwei Jahren, um die entsprechenden Änderungsverfahren umzusetzen", betonte Müller.

Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema:

RA Thomas Grätz,
Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e.V. (BZP)

Deutscher Taxi- und Mietwagenverband e.V. (BZP)
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(Meldung vom 14.11.2013)